Atom - BInär - Uhr

Am 26.März 1990, dem Montag nach der Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit, wurde in der 2.großen Pause um 11.30 Uhr die Atom-Binär-Uhr an unserem Gymnasium eingeschaltet.

An einer Hauswand zum Schulhof gerichtet sind 7 große Verkehrsampeln angebracht.

Die leuchtenden Anzeigen müssen addiert werden.

Beispiel: 12 h 39 min 57 s

 

Der Leistungskurs Physik des Abi-Jahrganges 1990 hat diese einzigartige Zeit-Anzeigeform geplant, konstruiert und gebaut.
Technische Daten:
Basierend auf dem DCF-Funksignal (Langewelle 77,5 kHz) der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt in Braunschweig mit dem Sender in Mainflingen bei Frankfurt erfolgt mit einer Gangungenauigkeit der Cäsium-Atomuhr heute von 1 Sekunde  in 10 Million Jahren die Anzeige im BCD-Code.
Da das DCF Funksignal getrennt als Einer- und Zehnerziffer gesendet wird, ist die Anzeige nicht im reinen Binärcode.
Ein selbst konstruiertes Interface verändert das dekadische Signal in ein binäres;
Optokoppler steuern die 60 W Glühlampen an; die Lichtausbeute ist ausreichend auch bei Gegenlicht.
Demnächst soll die Anzeige umgerüstet werden auf LEDs, damit der häufige Wechsel der Glühlampen nicht mehr erforderlich ist. Der Förderverein des Städtischen Gymnasiums beabsichtigt diese Umstellung zu finanzieren, sobald geeignete „Glühlampe“ bestückt mit LEDs kostengünstig auf dem Markt sind.


Eine Idee wurde umgesetzt
Bis dato kannten die Schüler zum Ablesen einer Uhr nur

  • die analoge Anzeige mit Zeigern,
  • die digitale Anzeige mit Zahlen und evtl.
  • die Berliner Mengenlehre-Uhr mit Leuchten.

1989 gab ein kleiner Artikel in einer amerikanischen Fachzeitschrift den SchülerInnen des Leistungskurses Physik den Anstoß eine Uhr im Binäcode ( 1; 2; 4; 8; 16; 32; 64; . . . ) zu bauen.

Nachdem die Elektronik erfolgreich von Oliver Rickert entwickelt war, wurde sie als Prototyp in das nebenstehende `Häuschen´ eingebaut.
( Das Modell ist bis zum heutigen Tage noch voll funktionsfähig und läuft mit der Frequenzgenauigkeit des 230 V-Netzes.)

Anschließend wurde die Idee geboren, diese Anzeigeform doch im Großen an der Hauswand der Schule zu platzieren.
Nach langen, eingehenden Beratungen konnten nur Verkehrsampeln alle Bedingungen der Sicherheit erfüllen. Eine Spende der Verkehrsbetriebe ermöglichte den sofortigen Bau und die Montage an der Hauswand der Schule.

Der Name „ABInär-Uhr“ soll ein Wortspiel aus ABItur und Binär-Anzeige sein, da sie von Abiturienten gebaute wurde und nach dem binären „2-er Sytem“ arbeitet..

Jörg Butenschön