Das Deeskalationstraining aus Sicht von Schülern

Bei dem Deeskalationstraining ging es um Selbstverteidigung und Kämpfen.

Wir haben sehr viele Spiele und Übungen gemacht, die mit Stärke und Vertrauen zu tun hatten. Fangspiele haben wir auch gespielt.

Mädchen und Jungen wurden getrennt. In den ersten beiden Stunden haben die Mädchen das Training gemacht und in der dritten und vierten Stunde alle Jungen. In der fünften Stunden hatten Mädchen und Jungen ein gemeinsames Training.

Ein paar Spiele waren zum Beispiel Ringen, Schupsen, Schieben, Fangen, Schlagen und Vertrauensübungen.

Wir haben auch noch gelernt, das "STOPP"-Zeichen laut, stark und angsteinflößend zu schreien. So können wir uns auch gut verteidigen. Gekämpft haben wir mit gepolsterten Schlägern. Das hat Spaß gemacht. In der fünften Stunde haben wir einTücherspiel gespielt.

Unser Trainer hieß Ulli Rensch, ein Kriminalhauptkommissar außer Dienst. Er hat mit uns alle Spiele und Übungen gemacht. Insgesamt war das Training cool und hat sehr viel Spaß gemacht. Danach hat er jeden von uns nach unserem Namen gefragt, und er hat uns Namensschilder gegeben. Dann haben wir mit den Übungen angefangen. Ulli wollte zuerst testen, wer die Schnellsten in unserer Klassen waren. Er hat Bälle hinter sich geworfen und wenn er "Go" rief, sollten wir losrennen und die Bälle holen. Dies haben wir zwei Runden gemacht.

Danach haben wir Laufübungen gemacht, indem wir Laufgeschwindigkeiten festgelegt haben. Es gab 1 = langsam, 2 = mittel und 3 = schnell. Sind einige bei 3 nicht schnell gelaufen, hat er "100" oder "1000" gerufen, so dass man noch schneller laufen musste. Dann haben wir noch einige andere Übungen gemacht: Kämpfen, Beruhigungsmethoden, um ein Tuch im Sitzen "ringen", um Tücher um die Wette laufen usw.


Deeskalationstraining aus Lehrersicht

In der vergangenen Woche nahmen Schüler aus drei Klassen der Jahrgangsstufe 6 an einem Deeskalationstraining teil, das vom Hellweger Anzeiger gefördert und von Ulrich Rentsch (Kriminalhauptkommissar a. D. und ausgebildeter Lehrtrainer für Deeskalation) durchgeführt wurde.

Das Ziel dieses Training ist es, vom Gegeneinander zum Miteinander, von der Gemeinheit zur Fairness zu finden und somit starke Impule für ein gutes Klassenklima zu setzen.

Am Morgen des Deeskalationstrainings wurde die Klasse zuerst in Mädchen und Jungen unterteilt, um ein Kräftegleichgewicht zu schaffen und der jeweiligen Gruppe die Scheu zu nehmen, sich offen und frei zu äußern und zu bewegen. Ich durfte die 90 Minuten bei der Gruppe der Jungen dabei sein. Alle waren schon gespannt, was auf sie zukam. Zuerst stellte sich kurz der Leiter Uli Rentsch mit einigen Stationen seiner Laufbahn als Polizist und Deeskalationstrainer vor. Die Tatsache, dass er die Schüler aufforderte ihn zu duzen, erweckte sofort ein Vertrauensverhältnis und trug zur entspannten Atmosphäre bei.

Dann ging es auch schon los zur ersten Übung. Alle Teilnehmer stellten sich in einen Kreis und Uli Rentsch erklärte, dass sie mit einem bestimmten und festen Ton das Wort "Stop" sagen sollen, wenn sie ihre persönliche Grenze überschritten sahen. Um den Schülern dies zu erleichtern, übten alle zuerst gemeinsam im Kreis, um eventuelle Hemmungen abzubauen. Dann ging Uli mit düsterem Blick auf einzelne Schüler zu. Es war eindeutig zu sehen, dass sich alle ihrer eigenen "Komfortzone" bewusst waren. Der Großteil der Jungen bremste Uli mit einem lauten "Stop" aus. Einigen fiel es aber auch schwer, die gespielte Situation ernst zu nehmen und mussten lachen. Sie bekamen alle noch eine zweite Chance und dann klappte es bei allen richtig gut.

Bei einer der anderen Übungen wurde den Jungen sehr deutlich, dass es im Deeskalationstraining nicht darum ging, Spiele mit Körpereinsatz zu verbieten, sondern dass "Toben" und "Kämpfen" fair ablaufen muss. Deshalb mussten sich alle Spielgegner vor Beginn die Hände reichen und sich gegenseitig versichern: "Ich werde fair kämpfen." Es war schön zu sehen, dass sich alle an diese Vereinbarung hielten. Auch am Ende wurde dieses Ritual beibehalten und jeder sagte dem Anderen, er habe fair gekämpft. So gingen alle trotz gewiefter Taktik und körperlicher Anstrengung als "Sieger" von der Matte.

Dass während des gesamten Trainings eine vertrauensvolle Atmosphäre bestand, ließ sich auch daran erkennen, dass Schüler ohne Zögern zugaben, dass sie manchmal "ausrasten". Hier zeigte Uli Rentsch ihnen Wege auf, wie sie sich selbst besser wieder runterbringen. Alle Teilnehmer sollten langsam ein- und ausatmen und dabei die "dunklen" Gedanken ausatmen und "helle" Gedanken in sich einatmen. Zum Teil wurde diese Übung durch ihre Freunde unterstützt, indem diese ihnen die Hände leicht auf die Schulter legten, um sie noch weiter positiv zu beeinflussen.

Besonders diese Atemübungen haben bei vielen einen tiefen Eindruck hinterlassen, so dass sich die Schüler am nächsten Tag äußerten, dass sie sich immer noch ganz "hell" fühlen würden.

Hier noch einige Fotos: