Band in Palace

Beschwingt-heiter ging es in der Konzertaula beim Musical des Gymnasiums "Band in Palace" zu. Schüler der siebten bis zwölften Klasse sangen, spielen Musik und nutzten die ganze Breite der Bühne für die Tänze. Fotos (2): Stefan Milk
Wie ein muskiliebender Prinz die Monarchie abschafft

Gymnasiasten verdienen sich mit Musical-Aufführung tosenden Applaus

von Niklas Mallitzky

 

KAMEN. Auf das Regieren hat der Prinz keine Lust. Die Hauptfigur des Musicals „Band in Palace", das Schüler des Gymnasiums an den vergangenen beiden Abenden auf die Bühne der Konzertaula brachten, frönt lieber seiner Leidenschaft, der Musik.

Im Rockpalast, den sein Vater, der König, einst bauen ließ, übt er mit seiner Coverband und tritt dort auch auf. Doch dem Prinz scheint die Inspiration abhanden gekommen zu sein, Proben und Konzerte verlaufen zunehmend schlechter. Nur noch betrunken erscheint der Prinz zu den Proben, seine Bandkollegen sind genervt. Nach einem verpatzten Konzert verlässt der Prinz die Band und zieht durch das Land.

Die Position des Bandleaders ersetzt der Gitarrist. Dessen Ideen unterscheiden sich jedoch radikal von denen seines Vorgängers. Er ernennt sich selbst zum Generaldirektor der Musik des Königreiches und will nur noch Punk spielen. Doch damit nicht genug, er verbietet im ganzen Land alle anderen Musikrichtungen und stellt diese unter Strafe.

Diese Musical-Inszenierung des Gymnasiums ist durchaus skurril. Schüler von der siebten bis zur zwölften Klasse wirken bei der Aufführung mit. Und gemeinsam begeistern sie ihr Publikum mit viel Witz und herausragenden musikalischen Leistungen. Während die Akteure auf der Bühne singen und tanzen, spielen andere Schüler die Musik hinter der Bühne live ein. Sie ist eine Mischung aus den Richtungen Rock, Blues und Jazz, die Musiker haben aber auch unbekanntere Stilarten wie Drum and Bass und Punk in ihrem Repertoire.

Weil er verbotene Musik gehört hat, wird der Prinz verhaftet. Als er wieder frei kommt, trifft er auf einen Sänger, der schnulzige Balladen singt. Der Sänger tritt trotz Verbot auf, aber die Gefängnisse und die Polizei sind sowieso überlastet. Er bittet den Prinz, ihn als Nebenakt zu unterstützen. Doch schon nach kurzer Zeit ist der Prinz der eigentliche Hauptakt, der andere Sänger nur noch Statist. Im ganzen Königreich wird der Prinz immer beliebter, seine Musik trifft den Geschmack des Volkes. Für seine ehemaligen Bandkollegen läuft es weniger gut, so dass der Generaldirektor, gezwungen ist zu handeln. Er lädt den Künstler „Prinz" ein, ohne zu wissen wer dieser tatsächlich ist. Zusammen mit diesem will er nun die Gunst des Volkes wieder erlangen. Doch dazu kommt es nicht mehr. Gerade als die Bandmitglieder den Prinzen erkennen, nimmt dieser sein Amt zum ersten Mal wahr. Mit den Worten:- „Es lebe die Republik!" schafft der Prinz die Monarchie ab und damit auch die Musikgesetze und sein Amt.

Besonders die Figur des Königs sorgt beim Publikum für ausgelassene Stimmung. Ist seine Rolle in der Geschichte auch eher untergeordnet, so sind seine bissigen Bemerkungen in der Form von Liedtiteln und Textauszügen echte Höhepunkte der Aufführung. Den tosenden Applaus haben sich die Schüler am Ende wahrlich verdient: Gemeinsam haben sie eine wirklich beeindruckende Show abgeliefert.

Quelle: Hellweger Anzeiger vom 07. November 2008