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Schulgarten

In einer Zeit, in der…

  • sich Kinder und Jugendliche immer stärker mit einer identitären Klimaschutz-Bewegung identifizieren,
  • Naturverbundenheit, praktische Erfahrungen und Artenkenntnisse in Vergessenheit geraten,
  • Medien einen steigenden Einfluss auf unseren Alltag ausüben,
  • Rückzugsorte mit zunehmendem Schulstress dringend gebraucht werden und
  • handwerkliches Geschick kaum noch geschult wird,

ist ein Konzept wie der Schulgarten des Städtischen Gymnasiums Kamen die geeignete Anlaufstelle, um Schülerinnen und Schüler in ihrer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen.

Pflanzen und Tiere

Der Schulgarten des Gymnasiums ist die artenreichste öffentliche Fläche von Kamen. Dies wird erreicht durch 20 Kleinstbiotope wie z. B. Frühblüherhecke, Kalksümpfe, Alpinum mit Trockenmauer, Moor-Beet, Gemüsegarten und Kalkschotterflur. So wurden am Tag der Artenvielfalt mit Experten der Ruhr-Universität Bochum (RUB), des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) sowie der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (OAG) Kreis Unna am 12.06.2010 allein 557 Pflanzen-, Flechten- und Moosarten kartiert.

Unter diesen sind einige seltene Arten, die auf der roten Liste stehen, sowie Pflanzen, die im Kreis Unna hier einmalig vorkommen. Ganzjährig wurden neben Säugern und Amphibien über 25 Vogelarten im nahen Schulumfeld erfasst, die hier einen Rückzugsort in der Stadtlandschaft finden. Der Schulgarten leistet mit dem Erhalt dieser Vielfalt auch selbst einen aktiven Beitrag zur Biodiversität und vermittelt der jungen Generation Naturschutz.

Garten im Schulalltag

Der Schulgarten des Städtischen Gymnasiums Kamens ist einer der größten und artenreichsten Schulgärten in NRW. Er liegt unmittelbar neben den Schulgebäuden. Die ca. 2000 m² große Gartenfläche bietet aus vielen Klassenfenstern heraus atmosphärisch einen „grünen Gegensatz“ zu asphaltierten Schulhöfen.

Der Lernort wird insbesondere in Projektwochen genutzt und kann für Lerneinheiten zahlreicher Unterrichtsfächer (etwa Biologie, Erdkunde, Kunst, Chemie) integrativ genutzt werden.

Schulgarten-AG

Neben der dosierten Entfernung von Beikräutern – „Gartenarbeit“ – lernen Schülerinnen und Schüler Zusammenhänge der Umweltbildung, biologisches Gärtnern sowie Maßnahmen der angewandten Ökologie kennen. Sie sammeln zudem praxisnahe Erfahrungen, etwa beim Erstellen von Nisthilfen, und können sich auch einmal beim „Anpacken“ die Hände schmutzig machen (Haptik). Die Möglichkeiten des Gartens bieten für alle Jahrgangsstufen breit gefächerte Praxisbezüge ergänzend zum Unterricht.

Der Einsatz im Schulgarten ist ein Ausgleich zur vorwiegend sitzenden Tätigkeit und kognitiven Anstrengung des Schulalltages. Sie schafft fern von Bildschirmen Regeneration in der Natur und dient der Entschleunigung.

Teamarbeit

Schulgarten ist Teamwork. Die Schülerinnen und Schüler unterstützen sich gegenseitig, übernehmen Verantwortung, treffen Entscheidungen und lösen Probleme. Alle Projekte entstehen in Kooperation und unter Wertschätzung der Wünsche aller Gärtnerinnen und Gärtner. Wir schulen soziale Werte wie Respekt und Empathie, schaffen Gemeinschaft und steigern mit unserem Garten-Konzept die Sozialkompetenz.

In der Regel sind wir ein kleiner Kreis, in dem sich verschiedene Altersklassen wiederfinden. Ob 5-er oder Oberstufe, für jede und jeden finden sich Möglichkeiten, sich einzubringen.

Im familiären Gartenkreis werden ergänzend auch Exkursionen, Grillabende, Fahrradtouren und Pizzaessen angeboten.

Mitmachen

Der Schulgarten kann ohne ständige Betreuung und Pflegemaßnahmen in seiner Vielfalt nicht erhalten werden. Wer Lust hat, seine Freizeit mit vielfältigen Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen in der Natur zu verbringen, ist in der Garten-AG sehr willkommen.

Wir starten (wetterabhängig) samstags ab 10:30 oder freitags nach der 7. Stunde.

[Kontakt via E-Mail schulgarten.sgk@gmail.com]

Generationen

Der Garten wurde im Sommer 1969 mit dem Umzug des Gymnasiums in den Neubau unter Beteiligung von Schülerinnen und Schülern der Oberstufe von dem Biologielehrer Karl Seliger in Eigenarbeit angelegt.

Seit 1980 wird der Garten von dem Biologie- & Chemielehrer Hans-Joachim Haupt betreut, der ein Schüler von Karl Seliger war. Herr Haupt führt den Schulgarten ehrenamtlich auch über seine Pensionierung (2016) hinaus weiter.

Der Schulgarten ist mit dem freiwilligen Engagement von Schülerinnen und Schülern aus dutzenden Schülergenerationen gewachsen. In Zusammenarbeit von ihnen, Eltern und beiden Lehrern entwickelt sich der Biotop in den Jahrzehnten zu einem Generationsprojekt.

Mit den Erweiterungsbauten im Süd- und Westbereich von 1993 bis 1994 vergrößerte sich die Fläche und die Anzahl der Biotope auf den heutigen Stand von ca. 2000 m2.